Sozialraumanalyse: Soziale und kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der Weißen Siedlung

Auf Grundlage der geführten Gespräche und Erhebungen soll diese Studie Aufschluss darüber geben, wie Kinder, Jugendliche, ihre Eltern, junge Erwachsene und ihr sozialarbeiterisches Umfeld die Siedlung wahrnehmen und erleben: welche Potenziale sie in ihr sehen, mit welchen Problemen sie konfrontiert sind, welchen Einfluss ihre Lebenswelt auf ihre soziale und kulturelle Teilhabe in der Gesellschaft nimmt.


Die Weiße Siedlung gilt als sozialer Brennpunkt.

Doch das zweifellos gestiegene Interesse an Neukölln und seinen sogenannten sozialen Brennpunkten ist eine zweischneidige Angelegenheit: Auch die Gespräche im Rahmen der Erhebungen für die vorliegende Studie legen offen, dass die zumeist negativen Außenwahrnehmungen des Bezirks, der Sonnenallee (an deren südlichen Abschnitt die Weiße Siedlung liegt) und einzelner Siedlungen von den Bewohner:innen oft per se als Problem quittiert werden. Jugendliche wie Erwachsene zwischen Sonnencenter und S-Bahnhof Sonnenallee wissen, dass Gemeinplätze über Neukölln bis weit außerhalb Berlins bekannt sind. Nicht ohne Grund fürchten sie, dass sich der Ruf ihres Wohnorts prestigemindernd auf ihr Quartier, sie persönlich, ihre Karriere oder sogar ihre Chancen auf dem Wohnungsmarkt auswirken könnte.

Weil der Ruf eines Quartiers wie der High-Deck-Siedlung oder der Weißen Siedlung also nicht nur das Resultat realer Probleme ist, sondern eine problemverstärkende und abwertende Wirkung entfalten kann, die zudem von (rechts-)populistischen Akteuren instrumentalisiert wird, legt diese Sozialraumanalyse Wert darauf, weder bestehende und beschriebene Probleme in der Siedlung auszublenden noch diese durch stereotype Bilder zu überlagern oder unreflektiert zu unterfüttern. Wann immer möglich, wird deshalb problem- und ressourcenorientierten Wahrnehmungen der Bewohnerinnen, Bewohner und Sozialarbeitenden sowie ihrer Sicht auf die Außensicht Raum gewährt. Unter anderem haben Jugendliche Jugendliche im Peer-to-Peer-Verfahren befragt. Die Äußerungen werden außerdem mit den vorhandenen statistischen und demographischen Daten, fotografischer und ethnographischer Dokumentation, Sekundärliteratur und Material aus der Presse trianguliert. So soll ein möglichst differenzierter Blick auf das Quartier ermöglicht werden.

Camino – Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich gGmbH wurde durch das Bezirksamt Neukölln von Berlin (Abt. Jugend/Jugendamt) mit der Studie beauftragt. Erhebung, Durchführung, Autorschaft: Thomas Schad, Sarah Riese.

Link: https://www.berlin.de/ba-neukoelln/politik-und-verwaltung/aemter/jugendamt/sozialraumanalysen-1497206.php

Fotoğraflar bendeniz.

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