Im Osternest lag dieses Mal wertvolles Desinfektionsspray für die Hände, und auch ansonsten war alles anders. Es zeigte sich ein Supervollmond, die Natur erwachte mit voller Kraft, und der Anblick der Schlüsselblumen bewirkten bei mir eine innere Zeitreise zurück zur ersten selbst erlebten Katastrophe: Tschernobyl.
[Rückblick 2020] [II] Januar, Februar & März
Im März dann der Schock: das Klopapier war alle! Corona war jetzt vollkommen da. Der Hashtag #StayTheFuckHome avancierte zum Gebot der Stunde, die EuropäerInnen klatschten dem Krankenhauspersonal von den Balkonen, und ich fuhr in einem gespenstisch leeren ICE durch gleißenden Sonnenschein in die Rhön.
[Rückblick 2020] [I] Doch: das erste Coronajahr war mehrdeutig
Meine Gedanken zum zurückliegenden Jahr 2020 sind nicht tröstlich. Aber sie sind, wie ich finde, erbaulich -- was auf mehr als Trost hinausläuft. Und in diesem Fall ist mehr wahrscheinlich tatsächlich besser als weniger.
[Human Security] Es ist Zeit, den in Bosnien und Herzegowina gestrandeten Menschen zu helfen! Ein Aufruf an die bosnisch-herzegowinische, kroatische und gesamteuropäische Öffentlichkeit
wer will dass die welt so bleibt wie sie ist der will nicht dass sie bleibt (Erich Fried) Wir wollen unseren Unmut und unser Bedauern über die verheerende Situation ausdrücken, in der sich über 2000 Menschen in Lipa bei Bihać / Bosnien und Herzegowina befinden, die seit Monaten in provisorischen Lagern untergebracht sind. Es ist... Continue Reading →
[Articles] Über die Sevdah, den bosnischen Künstler Damir Imamović und die Würdigung “schrankenlosen Sentiments”
This essay on the art genre Sevdah and its song form Sevdalinka, common across former Yugoslavia and centered in Bosnia and Herzegovina, evolved as a reponse to this year's German Record Critics' Award (Preis der deutschen Schallplattenkritik) to the Sarajevan artist Damir Imamović. Inspired by Imamović's 2013 lecture "On the ten most widespread delusions on... Continue Reading →
[Articles] Die öffentliche Diplomatie einer kommunikativen Figuration zwischen Sarajevo und Ankara: Das Verhandeln von Sicherheit, Kultur und Verwandtschaft
PDF des gesamten Artikels: Herunterladen In diesem Beitrag gehe ich der Frage nach, wie das Thema der muslimischen Unsicherheit und (forcierten) Abwanderung von bosniakischen Muslimen in die Türkei mit der Verdichtung der bosniakisch-türkischen Kulturdiplomatie der letzten beiden Jahrzehnte korrespondiert. Meine Beobachtungen basieren auf meinen Feldstudien zwischen Bosnien und der Türkei von 2014 bis 2017 und... Continue Reading →
[Pandemos] Familie im Lockdown (I)
Einleitung Vorbemerkung: Dieser Beitrag ist eigentlich im ersten pandemischen Lockdown 2020 entstanden. Doch erst jetzt komme ich dazu, ihn zu veröffentlichen. Ich habe ihn hauptsächlich so belassen, wie ich ihn im März/April verfasst hatte, abgesehen von ein paar wenigen Ausbesserungen. Darin fehlen außerdem viele Dinge, wie z.B. die fast panische Korrespondenz mit der deutschen Botschaft... Continue Reading →
[Bosnia] [Lied] Sevdah als verwobenes Kulturgut – oder wie Heine nach Bosnien kam
Vorbemerkung: eine stark erweiterte Version des folgenden Blogposts habe ich als Essay in den Südosteuropa Mitteilungen 5/2020 der Südosteuropa-Gesellschaft veröffentlicht. Ich belasse diesen Blogpost hier dennoch in dieser Form, weil das Blog-Format meinen Leser:innen ermöglicht, über Video-Links auch in einige der Sevdalinke hineinzuhören, sowie sich mit den Künstler:innen und ihren Inszenierungen vertrauter zu machen. Wer... Continue Reading →
[Heine-Projekt] 5.3 Die Romantiker: Ressentiment oder Rebellion?
Hannah Arendt hatte für ihr Varnhagen-Buch ursprünglich den Titel "Die Melodie eines beleidigten Herzens, nachgepfiffen mit Variationen von Hannah Arendt" vorgeschlagen, der sich jedoch weder bei ihrem deutschen Verleger Klaus Piper durchsetzen ließ, noch in der englischen Übersetzung wiederfindet.83 Die Bezeichnung des "beleidigten Herzens" erscheint insofern als passend, als Rahel Varnhagen vor dem im letzten... Continue Reading →
[Heine-Projekt] 4 Biographische Hintergründe
Heinrich Heine wurde 1797 als Harry Heine in eine jüdische Familie von Tuchhändlern aus Düsseldorf geboren, wo er im Geist der jüdischen Aufklärung aufwuchs. Seine Familie war wohlhabend, sodass ihn sein Hamburger Onkel Salomon, der ein Bankier war, zeitlebens auch in klammen Phasen unterstützen konnte. Zuerst besuchte Heine für kurze Zeit eine israelitische Privatschule, wechselte... Continue Reading →
[Pandemos] Zur Disputation
Es ist nun eine ganze Weile her, dass ein Beitrag im Thread [Pandemos] erschienen ist, und zwar aus unterschiedlichen Gründen. Einer davon ist meine erst kürzlich zurückliegende Disputation: ich habe nämlich in dieser Woche, am 7. Juli 2020, meine Dissertation an der Humboldt-Universität zu Berlin erfolgreich verteidigt. Es lief aus meiner Sicht alles gut, und... Continue Reading →
[Literatur] Spitzenpolemik bei Heinrich Heine: Die Romantische Schule
Auch Polemik - und nicht Satire, und die Unterschiede zwischen beiden werden oft grob verwischt - kann eine hervorragende Kunstform sein. Der jüdisch-deutsch-protestantisch-französische Heinrich Heine (ich erlaube mir einmal diese Reihung, ohne den Toten und die Biographen genauer zu befragen) hat die Polemik sprachlich so auf die Spitze getrieben, dass die Lektüre auch heute noch... Continue Reading →
[Migration] Refugees and the public opinion
On Tuesday, 3. March 2020, thousands of demonstrators gathered in Berlin under the motto "Open the borders! Save lives! Fight fascism!"1 Obviously, the demonstration was a spontaneous and direct response to the developments at the Turkish-Greek border, and especially on the Aegean islands of Lesbos and Chios. There, refugees live in slum-like camps (Moria, e.g.).... Continue Reading →
[Neue Medien] Der Fall Julian Assange: ein Lehrstück in Propaganda, Rufmord und ‚Desinformacija‘
Dieser Beitrag ist eine Replik auf einen Artikel Ortwin Rosners im österreichischen Standard vom 17. Februar 2020, in welchem der Autor die "erfolgreiche" Manipulation der öffentlichen Meinung im Fall des Journalisten, Whistleblowers und Wikileaks-Gründers (bzw. Mitgründers) Julian Assange dekonstruiert. Assange wurde als Vergewaltiger stigmatisiert und über Jahre seiner Freiheit beraubt; seine Integrität wurde nachhaltig zerstört.... Continue Reading →
[Francorum] Pilotbeitrag: Rückkehr nach Franken/Fahrende Gaukler I
Dieser Beitrag könnte mit der Überschrift „Rückkehr nach Franken“ beginnen. Es ist nämlich so, dass ich mir am gestrigen Tag mit dem palindromischen Datum 02.02.2020 nach vielen Jahren wieder einmal die jährlich stattfindende Theateraufführung der Friesenhäuser Laientheatergruppe „Fahrende Gaukler“ angesehen habe. Friesenhausen heißt der Ort, in dem ich aufgewachsen bin. Um diesen Abend im Laientheater... Continue Reading →