Vor kurzem habe ich noch in einem Gespräch darüber sinniert, dass es immer weniger Hänse gäbe. Hänse – aber auch Ulriche, Kläuse, Heiner, Heinze usw.; dass es Hänse nicht mehr oft gäbe, weil Hänse gar nicht mehr gegeben würden. Ja: dass es wahrscheinlich sei, dass es in Zukunft womöglich gar keine Hänse mehr geben könnte,... Continue Reading →
[Sprache] Mind the gap, please! Offene Fragen zum Thema Geschlecht und Phonetik in der Alltagssprache
Vor nicht allzu langer Zeit führte ich ein Gespräch mit zwei Freundinnen (fortan: „Sprecherinnen“) auf deutscher Sprache. In unserer längeren Diskussion haben beide Sprecherinnen während des Gesprächs das „Binnen-I“ bzw. den „Gender-Gap“ durch kurzes, gutturales Pausieren phonetisch deutlich und kenntlich gemacht. Um es im Plural zu halten, wo dieses Phänomen besonders wirkmächtig und auffällig ist,... Continue Reading →
[Presse] Relotius-Affäre: Journalismus-Bashing unangebracht (?)
Angesichts der Claas Relotius-Affäre bin ich gegen ein generelles Bashing der Journalismusbranche, wie das Zitat ganz unten aus einem Telepolis-Artikel vielleicht zuerst suggerieren mag. Man darf und kann es sich nicht so einfach machen – und ich hoffe, dass der Spiegel die richtigen Konsequenzen zieht. Nach Jahren des Studiums wahrhaft toxischer Narrative lumpiger demagogischer Regime-Medien... Continue Reading →
[Metamorφ] Gilets Jaunes et mouvements sociaux
Qu'est-ce qui est un "mouvement social"? Voici le blog très intéressant de Samuel Hayat avec une pièce longue et profonde sur les gilets jaunes, découvert grâce à mon amie Larissa qui habite à Paris. Comme l'auteur l‘écrit, beaucoup des certitudes sur "les mouvements sociaux" sont remis en question. Là, je suis complètement d'accord. J'ai écrit, récemment,... Continue Reading →
[Tropik] Das binär gebürstete Hin- und Her des Neo-Re: unser Interregnum, Herrschaften wie Jair Bolsonaro, das sich-Bewegen von Bewegungen.
Unser anhaltender, mit tweetendem Tempo um sich greifender Zwischenzustand ist wohl mit Antonio Gramscis Interregnum reichlich treffend erfasst, den ich hier als Alternative für den Begriff der Metamorphose diskutieren will. Die Erfassung dieses Interregnums – und ihm so überhaupt beikommen zu können – erscheint mir dringender denn je. Auf die Gefahr hin, zu wiederholen, was ich... Continue Reading →
[Presse] Söders „Asyltourismus“: Vom Asylkompromiss 1993 zum Koalitionsstreit 2018
Der "Asyltourismus" der 71 Erstickten Kann man die Äußerungen der CSU-Politiker Horst Seehofer und Markus Söder zum „Asylstreit 2018“, wie der Diskurs hier provisorisch genannt sei, anders als zynisch und niederträchtig bezeichnen? Besondere Prominenz hat in den letzten Tagen Markus Söders Verwendung des Wortes „Asyltourismus“ erfahren: der „Asyltourismus“ müsse endlich aufhören, es müsse eine europäische... Continue Reading →
[Sprache] Hedges, Hedging oder Verheckungsstrategien am Beispiel fachsprachlicher Texte
"Fachsprache beansprucht für sich nach einer weitverbreiteten Auffassung die Eigenschaft, im Gegensatz zur „Gemeinsprache“ besonders exakt, objektiv und frei von emotionalen Ausdrücken zu sein. Hedges hingegen bringen gerade das zum Ausdruck, was nicht punktgenau festgelegt werden kann oder Schattierungen als Abweichung eines bestimmten Standardwertes beschreibt. Durch Hedges können jene Abweichungen, aber auch Distanz der Textproduzentin... Continue Reading →
[Geschichte] Magisterarbeit revisited
Ich habe meine Magisterarbeit an dieser Stelle einschließlich einer Leseprobe zugänglich gemacht: Thomas Schad (2011): Demographisches Unternehmertum in der Türkei und Jugoslawien: das Beispiel staatlich forcierter Migration jugoslawischer Muslime zwischen den Weltkriegen. =Unveröffentlichte Magisterarbeit des Osteuropa-Instituts der Freien Universität Berlin. Zum Gesamttext als PDF Leseprobe: 1.2.3. Fazit: Als Muslim emigriert, als Türke immigriert? Die Diskussionen der... Continue Reading →
[Sprache] In Brasilien lächeln sie: Funktionen eines Klischees
Es lohnt sich, auch dann Freundlichkeit auszustrahlen, wenn es Überwindung kostet; eine Binsenweisheit, ein Klischee, ein Gemeinplatz — aber auch eine Lektion, die mir einst ein junger Mann names Washington auf dem Pelourinho, dem Altstadtkern der brasilianischen Stadt Salvador da Bahia, eingeschärft hat, wie mir dazu — hinsichtlich meines Forschungsthemas vielleicht etwas weit hergeholt —... Continue Reading →
[Sprache] Nennen Sie Ihre Jezik* doch einfach wie Sie wollen
Die grundsätzliche Benennungsschwierigkeit der "Nachfolgesprachen des Serbokroatischen" Es besteht nach wie vor große Uneinigkeit darüber, wie die Sprachen zu nennen sind, die eine kluge Berliner Kollegin einmal sehr diplomatisch als "Nachfolgesprachen des Serbokroatischen" bezeichnet hat. Weiterhin besteht sogar Uneinigkeit und Zerwürfnis darüber, ob es sich überhaupt um mehrere Sprachen handelt – oder nicht vielleicht doch um... Continue Reading →
[Migration] The Rediscovery of the Balkans? A Bosniak-Turkish Figuration in the Third Space Between Istanbul and Sarajevo
Thomas Schad: The Rediscovery of the Balkans? A Bosniak-Turkish Figuration in the Third Space Between Istanbul and Sarajevo This Working Paper delienates the construction of diasporic spaces by Bosniak communities residing in İstanbul and İzmir. Based on an ongoing multilocal anthropological field research conducted by Thomas Schad, a PhD Candidate in Berlin Graduate School Muslim... Continue Reading →
[Articles] From Muslims into Turks? Consensual demographic engineering between Interwar Yugoslavia and Turkey
Thomas Schad: "From Muslims into Turks": Consensual demographic engineering between Interwar Yugoslavia and Turkey This article focuses on the Yugoslav–Turkish agreement on the resettlement of Muslims from the Serb-dominated lands of southern Yugoslavia to Turkey from 1938. The agreement was part of a broader series of state-directed population resettlement projects in the interwar period that... Continue Reading →
[Kapital] Money as a belief system in metamorphosis
After last night's long conversation with my friend on different phenomenological dimensions of the metamorphosis of the world (vulgo: digitalisation and its revolutionary afterbirth), I dreamt myself during a night shift at Sabancı University's 24/7 library. It was in April 2014. In that dream, I saw me walking to the vending machine at the building's... Continue Reading →
[Human Security] Die Aporien der Menschenrechte werden mit Waffen verhandelt
Ich habe gerade dank der Facebook-Seite von Eirene, meiner früheren Freiwilligenentsendeorganisation, den weiter unten eingepflegten Videobeitrag von Jäger & Sammler gesehen. Darin geht es zusammengefasst darum, dass Deutschland Nummer vier und fünf im internationalen Waffenhandel ist. Weiterhin ist die Rede davon, dass entgegen der gesetzlichen Bestimmungen ein beträchtlicher Teil der deutschen Waffen (insbesondere Kleinwaffen) in... Continue Reading →