[Pandemos] Reichsflaggen, Pandemie und Klimawandel: ein falsches Aufsprengenwollen der Geschichte

Die Szenen vom Reichstagsgebäude im Zusammenhang mit der sogenannten "Hygienedemo" am Samstag, den 30.8.2020 in Berlin, getragen von sogenannten Corona-Skeptikern, angeblichen "Querdenkern", "Reichsbürgern" und einer unüberschaubaren Vielzahl unterschiedlicher Menschengruppen ("Peter und Cordula", hat das glaube ich jemand im Feilleton genannt), veranlassen mich zu diesem Beitrag. Präziser gesagt: es geht mir um die Reichsflaggen, die in... Continue Reading →

[Heine-Projekt] 6 Uneigentlicher Wald: Heines Metapherngebrauch

Wie im letzten Kapitel anhand des Figurationsmodells (Abb. unten) skizziert, spielen Frankreich und das deutsch-französische Verhältnis in Heinrich Heines Schriften eine zentrale Rolle. Dies gilt besonders für den hier analysierten Text Die Romantische Schule, der sowohl mit einer französischen, als auch mit einer deutschen Leserschaft korrespondiert. Frankreich und Deutschland stehen schon aus autobiographischen Gründen der... Continue Reading →

[Pandemos] Familie im Lockdown (I)

Einleitung Vorbemerkung: Dieser Beitrag ist eigentlich im ersten pandemischen Lockdown 2020 entstanden. Doch erst jetzt komme ich dazu, ihn zu veröffentlichen. Ich habe ihn hauptsächlich so belassen, wie ich ihn im März/April verfasst hatte, abgesehen von ein paar wenigen Ausbesserungen. Darin fehlen außerdem viele Dinge, wie z.B. die fast panische Korrespondenz mit der deutschen Botschaft... Continue Reading →

[Bosnia] [Lied] Sevdah als verwobenes Kulturgut – oder wie Heine nach Bosnien kam

Vorbemerkung: eine stark erweiterte Version des folgenden Blogposts habe ich als Essay in den Südosteuropa Mitteilungen 5/2020 der Südosteuropa-Gesellschaft veröffentlicht. Ich belasse diesen Blogpost hier dennoch in dieser Form, weil das Blog-Format meinen Leser:innen ermöglicht, über Video-Links auch in einige der Sevdalinke hineinzuhören, sowie sich mit den Künstler:innen und ihren Inszenierungen vertrauter zu machen. Wer... Continue Reading →

[Heine-Projekt] 5.3 Die Romantiker: Ressentiment oder Rebellion?

Hannah Arendt hatte für ihr Varnhagen-Buch ursprünglich den Titel "Die Melodie eines beleidigten Herzens, nachgepfiffen mit Variationen von Hannah Arendt" vorgeschlagen, der sich jedoch weder bei ihrem deutschen Verleger Klaus Piper durchsetzen ließ, noch in der englischen Übersetzung wiederfindet.83 Die Bezeichnung des "beleidigten Herzens" erscheint insofern als passend, als Rahel Varnhagen vor dem im letzten... Continue Reading →

[Heine-Projekt] 5.2 Zwischen Ausnahmejudentum und Rebellion

Laut Hannah Arendt blieb die Dynamik der gesellschaftlichen Antipathie oder Anziehung, des Antisemitismus und Philosemitismus für das gesamte 19. Jahrhundert bestimmend, was sie als Reaktion auf die zunehmende Angleichung jüdischer Lebensverhältnisse an die Umwelt zurückführt: je gleicher -- das heißt: assmilierter -- die Juden in Deutschland bzw. Europa wurden, "desto erstaunlicher erschienen der Umwelt die... Continue Reading →

[Heine-Projekt] 5.1 Der fragile Gleichheitsgedanke im frühen 19. Jahrhundert

Das frühe 19. Jahrhundert, die napoleonischen Eroberungen und Reformen, der Widerstand und die Herausbildung des Jungen Deutschlands, das Abdriften der Berliner Salons in antifranzösische, antijüdische und schließlich antisemitische Fahrwasser, das bald offene, bald subtile Positionieren Heines gegen genau diese Entwicklung, die ihn selbst direkt betraf u.v.m.: dies alles dürfte Leserinnen, die sich hauptsächlich mit dem... Continue Reading →

[Heine-Projekt] 4 Biographische Hintergründe

Heinrich Heine wurde 1797 als Harry Heine in eine jüdische Familie von Tuchhändlern aus Düsseldorf geboren, wo er im Geist der jüdischen Aufklärung aufwuchs. Seine Familie war wohlhabend, sodass ihn sein Hamburger Onkel Salomon, der ein Bankier war, zeitlebens auch in klammen Phasen unterstützen konnte. Zuerst besuchte Heine für kurze Zeit eine israelitische Privatschule, wechselte... Continue Reading →

[Pandemos] Zur Disputation

Es ist nun eine ganze Weile her, dass ein Beitrag im Thread [Pandemos] erschienen ist, und zwar aus unterschiedlichen Gründen. Einer davon ist meine erst kürzlich zurückliegende Disputation: ich habe nämlich in dieser Woche, am 7. Juli 2020, meine Dissertation an der Humboldt-Universität zu Berlin erfolgreich verteidigt. Es lief aus meiner Sicht alles gut, und... Continue Reading →

[Pandemos] Einleitung (I)

Noch eine Essaysammlung zur Pandemie: was für eine abgedroschene Idee, wäre womöglich mein eigener, erster Gedanke: wo man auch hinsieht, es wimmelt zur Zeit nur so vor Corona-Tagebüchern, Facebook-Gruppen, Blog-Threads und anderweitig Feuilletonistischem zum Thema Covid19-Pandemie, kurz: Corona. Doch als Corona anfing, rasch alles auf den Kopf zu stellen, bestand auch mein allererstes Bedürfnis darin,... Continue Reading →

[Pandemos] [Francorum] Schlüsselblumenzeit (II)

Dieser Beitrag ist der zweite Teil von Schlüsselblumenzeit und kommt in das Frühlingskapitel der Acta Francorum. Ich habe festgestellt, dass der Beitrag eigentlich noch nicht zu Ende geschrieben war, und dass ich in ihm zwar einen Zusammenhang zwischen der COVID-19 Pandemie (fortan: Corona), Tschernobyl und einem irgendwie größeren Kontext erkennen kann – dass das aber... Continue Reading →

[Pandemos] Einleitung (II): Kollateralschäden des Nichtverstehens der Welt

Neben den beschriebenen zwei Grundströmungen der so genannten Neo-Re-Bewegungen8 und der unregulierten Globalisierung ist als "kollaterales Nichtverstehen" der Welt noch etwas Drittes zu beobachten: die Produktion irrationaler, teilweise gefährlicher Massenphänomene in einer Art Zwischenzeit oder Interregnum (Erklärung folgt). Dieses Dritte stellt nichts eigenes, sondern eine verschwommene Schnittmenge der beiden ersten Strömungen dar (vgl. Teil I... Continue Reading →

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