[Yorum] Why the DEL-button matters

Be humble and keep in mind: Real books were written without the copy-paste-function, probably developed in longhand (so still do I, by the way), and of course by the use of metallic stereotypes. I sometimes wonder if any prolific writer in today's academia (including myself), with its bulimic publishing habits and debatable quantity standards ("publish... Continue Reading →

[Yorum] Novemberisches Grauen im Inneren einer Berliner Bibliothek

Du sitzt also seit langem mal wieder stundenlang in einer öffentlichen Bibliothek, zum lesen, schreiben, recherchieren, arbeiten. Letzteres sollte man nicht unbedingt für eine Selbstverständlichkeit halten, gar eine Tautologie: Was sonst tun Erwachsene in einer Bibliothek? Wer in Berlin studiert hat, weiß, dass Bibliotheken besonders gerne auch als Catwalk genutzt werden. Da geht es selbst auf den Toiletten manchmal um wirklich ganz, ganz andere Dinge, als man es sich vielleicht vorstellen mag. Doch der reine, echte Berliner Hedonismus war gestern -- schwere Corona-Schäden sind heute. Überall Ticks: Der Eine schreit kurz auf, die Nächste stöhnt in Alliteration. Wie selbstverständlich wird mit Baba telefoniert, das nächste Eck erteilt sich Community Services, miserables Englisch inbegriffen. Hier wird laut gescreenschottet, sich geräuspert -- dort unbotmäßig genießt, von FFP2-Masken entsetzt gestarrt. Dazwischen quiekt es -- und nirgends funktionieren Haptik, Feinmotorik: Dinge fallen, sie stürzen zu Boden, sie klappern, sie scheppern. Mit hohem Schuhwerk wird gestöckelt, Laptops laut zugeklappt, und die Türe, ach, die knall' ich.

[Hermannova] Mit Maske gegen die Geruchslandschaft (und gesund ist es ja auch noch)

Alle reden vom Stadtbild, mich plagt eher die Geruchslandschaft, um es zunächst freundlich auszudrücken. In der Rauch- und Saufhauptstadt Europas finden sich Gestänke von Drogen, Tabak, Urin, Bierscherben, Kot, nekrotösen Beinen und anderem. Das stinkt einem zu jeder Jahreszeit, in jedem Bezirk, in der S-Bahn genauso wie beim Einkauf, auf den Straßen, in den Parks und wo überall nicht. Vor selbsterklärten SozPäds mit super Lösungen wimmelt es, während die Regierung weiß, dass man gar nichts machen kann -- außer den Geldhahn zuzudrehen.

[Yorum] Die Schildkröte aus Marathon und eine Tür in die Nostalgie, erzählt im Treptower Park

Vor kurzem entstand im Treptower Park dieses überaus entspannte, aber auch engagierte und heitere Gespräch mit einem etwa fünfjährigen Kind. Besser gesagt riss mich das Mädchen total aus meinem tiefen, gedankenlosen Fokus. Das Mädchen fragte interessiert, warum ich so in den dreckigen Kanal hineinleuchte. Ich erklärte ihr, dass ich nicht leuchtete, sondern versuchte, Wasserspiegelungen und Oberflächenspannungen rund um gefallenes Laub einzufangen. Nur auf der Oberfläche überaus schmutzig-trüben, aber spiegelnden Wassers schien es möglich zu sein, den Effekt einer Dia-Leinwand der späten 1980-er Jahre herzustellen. Dorthin flöhe ich am liebsten, wenn auch nur für einen dreitägigen Trip, im Omnibus mit Kung-Fu-Filmen, an egal welchen Ort, am ehesten Südost- oder Mitteleuropa, gerne auch Zone.

Sehr kurzes Echo: Daniel Schreiber

Das großartige an Daniel Schreibers "Zuhause. Die Suche nach dem Ort, an dem wir leben wollen" ist: Es ist tröstend, auch wenn es erst noch ein Stück weiter herunterziehen kann. Ein lehrreicher Personal Essay, der durch viele Stationen, Erfahrungen und Transformationen des Autors zwischen Mecklenburg-Vorpommern, New York City, London und Berlin führt. Wer etwas mit Personal Essays mit Rückkehr-Fortgang-Befreiungs-Motiven anfangen kann, wird auch an diesem Buch Gefallen finden.

Jeanne Dielman, Gunnar Thorkild und die verlorene Zeit

Die radikalen Veränderungen, die jedes Jahr um diese Zeit in der gemäßigten Zone eintreten -- dunkle, kurze und kalte Tage ohne Chlorophyll -- bewirken bei vielen Menschen starke Gemütsveränderungen. Äußerlich regieren die Unwirtlichkeiten, gegen die freilich hin und wieder ausgebrochen wird: Urlaub in den Tropen, Gaudi auf dem Weihnachtsmarkt, Shopping-Exzesse vor dem großen Potlatsch und... Continue Reading →

[NEOSTORY] Engagiertes Schreiben in Wissenschaft und Literatur: zwischen Verstehen und Wirkung (I)

Neuer Essay auf Neopopulismus.de: Der Titel dieses Beitrags will auf eine scheinbar zeitlose Frage hinaus, mit der sich wahrscheinlich die meisten engagierten Schreibenden immer wieder auseinanderzusetzen haben: Kann durch Schreiben überhaupt erreicht werden, was ursprünglich zum Schreiben motiviert hat? Wie sehr geht es beim engagierten Schreiben um Schreiben und Verstehen – oder steht die Wirkung... Continue Reading →

[Gedicht] Ruft eure Leute zusammen

Ruft eure Leute zusammen, Nachdem ihr waldeinsam wart, Sobald ihr eure Katze nachgeholt habt, Egal wie, Ruft eure Leute zusammen. Ein sogenanntes Berlin-Haiku, das für ein Haiku etwas lang geraten ist und mir kam, während ich an diesem krassen Blumenhartriegel in der Hasenheide vorbeirollte. Es roch schwer nach Holunder und Robinie -- und ich hatte... Continue Reading →

An unnecessary post? L’incrédulité de Thomas: blocked

Today, I pressed five times the publish-button on the other science blog, which belongs to my current research project Neopopulismus: Revisionismus und Meta-Katastrophe. These were the first blog posts after an extremely bad experience -- brutally seconding a creative, productive upcurrent. So, the bad experience was with -- with what, actually? With narrowmindedness? With Wissenschafterei?... Continue Reading →

[Presse] Iran und Russland: Wie Demokratien Autokratien fördern (Artikel in der Berliner Zeitung, 20.10.2022)

Wie lässt sich erklären, dass demokratische Regierungen durch Autokratieförderung an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen? Über Autokratieförderung durch Demokratien, die dadurch ein Gefüge stärken, das sie langfristig selbst schwächt, habe ich am historischen Beispiel Irans und dem aktuellen Falls der Russländischen Föderation einen Artikel für die Berliner Zeitung verfasst, der am 20.10.2022 veröffentlicht... Continue Reading →

[Presse] Artikel über Neopopulismus in Свободна Европа (23.12.2022)

Mein Artikel Autokratisches Lernen: Parallelen des russischen und türkischen Neopopulismus in den Südosteuropa Mitteilungen (5-6/2022) hat schnell Wiederhall in der bulgarischen Presse gefunden. Die Journalistin Diana Ivanova hat Teile des Textes ins Bulgarische übersetzt und darüber einen Beitrag für Svobodna Evropa (Свободна Европа / Radio Free Europe / Bulgarien) verfasst, der am 23.12.2022 veröffentlicht wurde.... Continue Reading →

[Bosnia] Sevdah und die Würdigung schrankenlosen Sentiments

Bisher habe ich den vollständigen Text meines erheblich umgearbeiteten Blogposts über Sevdah, Sevdalinka und den Sarajevoer Künstler Damir Imamović auf meiner Homepage noch nicht veröffentlicht, sodass er bisher Leser:innen der Südosteuropa Mitteilungen 5 (2020) der Südosteuropa-Gesellschaft vorbehalten war. Dort war er als Kultur-Essay vor fast genau einem Jahr erschienen, und zwar unter dem Titel Über die Sevdah, den bosnischen Künstler Damir Imamović und die Würdigung „schrankenlosen Sentiments“. In den folgenden Abschnitten kann die Einleitung gelesen sowie im Anschluss der gesamte Essay als PDF heruntergeladen werden. Ich plane außerdem, ihn auf der Seite unseres Buch & Blogs Bosnien in Berlin zu veröffentlichen, weil es dort noch in anderen Zusammenhängen -- und aus der Feder mindestens einer anderen Autorin -- um Sevdah gehen wird. Auch im Projekt Hermannova ist die Sevdah ein beachtenswertes Phänomen: neben dem urbanen, kosmopolitischen Berlin-Neukölln geht es dort auch um das rurale, multiethnische, bosnische Krivajatal. In den dortigen Traditionen und Alltagspraktiken kommt es neben dem eher abgetrennten, kulturellen Nebeneinander auch zu zahlreichen Zusammenflüssen, Synkretismen und 'Hybridität'. Letztere ist auch das Hauptmerkmal von Sevdah, weshalb ich sie auch als das bosnische Genre schlechthin bezeichnen würde. Ich will hinzufügen, dass mich in dieser Hinsicht auch die "Lieder der Kafana" (kafanske pjesme) zu einem eigenen Beitrag reizen, worüber hoffentlich noch zu schreiben und lesen sein wird; die Schnittmenge der Kafana-Lieder mit den Sevdalinke sowie mit der Romska Muzika (der Musik der Roma) wird in diesem Essay zwar angesprochen, verdient aber zweifellos weitere Vertiefung. Vor dem PDF-Link ganz unten in diesem Beitrag füge ich im Folgenden den Einleitungstext ein. Für Fragen, Hinweise, Kommentare etc. findet sich unter den Fußnoten ein Kontaktformular. Falls Euch der Beitrag gefällt, freue ich mich, wenn Ihr ihn mit potenziellen weiteren Interessierten in Euren Netzwerken teilt. Mein besonderer Dank gilt Damir Imamović, dessen öffentliche Lesung über die zehn meist verbreiteten Irrtümer über Sevdah (s. Beitrag) zentral für diesen Essay war.

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