Sehr kurzes Echo: Daniel Schreiber

Das großartige an Daniel Schreibers "Zuhause. Die Suche nach dem Ort, an dem wir leben wollen" ist: Es ist tröstend, auch wenn es erst noch ein Stück weiter herunterziehen kann. Ein lehrreicher Personal Essay, der durch viele Stationen, Erfahrungen und Transformationen des Autors zwischen Mecklenburg-Vorpommern, New York City, London und Berlin führt. Wer etwas mit Personal Essays mit Rückkehr-Fortgang-Befreiungs-Motiven anfangen kann, wird auch an diesem Buch Gefallen finden.

Jeanne Dielman, Gunnar Thorkild und die verlorene Zeit

Die radikalen Veränderungen, die jedes Jahr um diese Zeit in der gemäßigten Zone eintreten -- dunkle, kurze und kalte Tage ohne Chlorophyll -- bewirken bei vielen Menschen starke Gemütsveränderungen. Äußerlich regieren die Unwirtlichkeiten, gegen die freilich hin und wieder ausgebrochen wird: Urlaub in den Tropen, Gaudi auf dem Weihnachtsmarkt, Shopping-Exzesse vor dem großen Potlatsch und... Continue Reading →

[Literatur] „Fang den Hasen“ von Lana Bastašić

Neben den unterschiedlichen Topoi Bosnien und Europa sowie der Reise zwischen beiden -- sowohl geographisch, als auch autobiographisch -- ist das Backend des Buches von großer Tiefe. "Fang den Hasen" kann auch als Jagd nach einer Beziehung und einer Freundschaft zwischen zwei Frauen gedeutet werden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eigentlich scheinen beide sich permanent misszuverstehen, wobei Lejla über Sara dominiert und vieles in der Beziehung unausgesprochen bleibt. Bis Wien traut sich Sara nicht, nach Armin zu fragen, weil es jenen Zwischenfall gegeben hat, als Sara ihn quasi nebenbei für tot erklärt hat. Doch Armin ist für Lejla nicht tot: er ist verschwunden. Damit behandelt das Buch, wenn auch subtil, das Thema der Verschwundenen des letzten Krieges, und die Schwierigkeiten, mit denen Angehörige leben müssen, die nicht wissen, was mit ihren Verwandten und Freund*innen passiert ist.

[Pandemos] Mittendrin: wie einer Freiwilligenkollegin die Zeit ausging. In memoriam Meike († 3.2.2005)

Meike Schneider ist am 3. Februar 2005 viel zu früh gestorben -- vor inzwischen bereits unglaublichen 16 Jahren. Alle FreiwilligenkollegInnen von früher werden sich aber mit Sicherheit noch "wie gestern" an Meike erinnern. Ich will einerseits ein paar Erinnerungen teilen, doch der eigentliche Anlass für diesen Beitrag (neben dem 16. Jahrestag) sind zwei Zitate aus... Continue Reading →

[Literatur] Jan Kruse und das Schreiben unterwegs

Ich sitze gerade im ICE von Fulda nach Berlin. Es ist meine Rückreise, obwohl es etwas unpassend ist, nach fast drei Monaten dieser merkwürdigen Zeit bei meiner Zwillingsschwester, meinem Neffen, dem Minihund und nach all den Stunden in den Rhönwäldern von einer "Rückreise" zu sprechen: es fühlt sich eher an wie eine Fortreise, eine Weiterreise.... Continue Reading →

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