Meine Gedanken zum zurückliegenden Jahr 2020 sind nicht tröstlich. Aber sie sind, wie ich finde, erbaulich -- was auf mehr als Trost hinausläuft. Und in diesem Fall ist mehr wahrscheinlich tatsächlich besser als weniger.
[Human Security] Es ist Zeit, den in Bosnien und Herzegowina gestrandeten Menschen zu helfen! Ein Aufruf an die bosnisch-herzegowinische, kroatische und gesamteuropäische Öffentlichkeit
wer will dass die welt so bleibt wie sie ist der will nicht dass sie bleibt (Erich Fried) Wir wollen unseren Unmut und unser Bedauern über die verheerende Situation ausdrücken, in der sich über 2000 Menschen in Lipa bei Bihać / Bosnien und Herzegowina befinden, die seit Monaten in provisorischen Lagern untergebracht sind. Es ist... Continue Reading →
[Neue Medien] Horribile dictu: Julian Assange ist ihnen egal
Vor fast einem Jahr, am 18. Februar 2020, habe ich über den Fall Julian Assanges geschrieben: einem Fall großer Ungerechtigkeit, der von systemischer Tragweite ist und mich stark beunruhigt. Im Kern ging es in dem Beitrag, neben dem persönlichen Leid des weggesperrten Julian Assanges, um eine missglückte Rufmord-Desinformationskampagne mit dem Zweck der Verschleierung US-amerikanischer Kriegsverbrechen.... Continue Reading →
[Articles] Über die Sevdah, den bosnischen Künstler Damir Imamović und die Würdigung “schrankenlosen Sentiments”
This essay on the art genre Sevdah and its song form Sevdalinka, common across former Yugoslavia and centered in Bosnia and Herzegovina, evolved as a reponse to this year's German Record Critics' Award (Preis der deutschen Schallplattenkritik) to the Sarajevan artist Damir Imamović. Inspired by Imamović's 2013 lecture "On the ten most widespread delusions on... Continue Reading →
[Articles] Die öffentliche Diplomatie einer kommunikativen Figuration zwischen Sarajevo und Ankara: Das Verhandeln von Sicherheit, Kultur und Verwandtschaft
PDF des gesamten Artikels: Herunterladen In diesem Beitrag gehe ich der Frage nach, wie das Thema der muslimischen Unsicherheit und (forcierten) Abwanderung von bosniakischen Muslimen in die Türkei mit der Verdichtung der bosniakisch-türkischen Kulturdiplomatie der letzten beiden Jahrzehnte korrespondiert. Meine Beobachtungen basieren auf meinen Feldstudien zwischen Bosnien und der Türkei von 2014 bis 2017 und... Continue Reading →
[Sprache] Zum Wort ‚Start-up‘
Die FAZ bewarb gerade einen ihrer eigenen Beiträge vom 27.9.2020 hinter der Paywall, und so las ich über freundliche Empfehlung des Facebook-Algorithmus nur die Headline: "Abgehängt von Chinas Start-ups". Im Teaser wird noch etwas ausführlicher gewarnt: "Auf der einzigen Automesse des Jahres in Peking zeigen deutsche Hersteller konventionelle Modelle. Den chinesischen E-Autos haben sie wenig... Continue Reading →
[Foto] Das möchte ich nicht
Früh werden Nebelwolken wieder zu Schwaden.Die Leute möchten den Herbst jetzt nicht, Sie möchten das Ende des Sommers nicht. Ich möchte das auch nicht. Früh und viel, sagt die Zahl R. Früh für die Havaianas zu packen,Früh pferchen sich die Füße in wollerne Socken. Überall Lebkuchen, Überall Dominosteine,Und überall Discounter. Das möchte ich auch nicht.Ich... Continue Reading →
[Francorum] Auf-Arbeitung von Geschichte und die Verdienste der Cordula Kappner: Landjudentum in Franken (I)
Wer in (Unter-)Franken etwas über das Landjudentum erfahren will, wird schnell in der Fachliteratur und auch vor Ort fündig. Dies ist auch kein Wunder, denn Franken blickt auf eine (laut der zurate gezogenen Sekundärliteratur) fast tausendjährige jüdische Geschichte zurück. Bis zum Holocaust stellte das Landjudentum Frankens, zusammen mit einigen anderen Gegenden Süddeutschlands, außerdem eine beachtliche... Continue Reading →
[Francorum] Gerichtslinden, ritualisierter Frauenmord und Obsession mit der Vergangenheit
Seit ungefähr März oder April beschäftige ich mich im Heine-Projekt mit eigentlichen (d.h. dinglichen, natürlichen) und uneigentlichen (d.h. literarischen, metaphorischen) Bäumen und Pflanzen. Ich werde noch einmal in Heines anderen Schriften genauer nachlesen müssen, denn es kann gut sein, dass mir diese Bäume dort entgangen sind. Doch was Die Romantische Schule angeht, bin ich mir... Continue Reading →
[Francorum] Radtour nach Schweinfurt (I): durch eine Landschaft im Wandel
Vorbemerkung: In diesem mehrteiligen Beitrag geht es um eine Radtour von Friesenhausen über Hofheim, Königsberg und Haßfurt nach Schweinfurt, zum Ellertshäuser See und wieder zurück. Ich werde dabei einige der unterwegs gemachten Beobachtungen und Erinnerungen vertiefen. Am Ende werden so einige Themen angesprochen worden sein: vom neuerlichen Tourismus über die Fachwerk- und Sandsteinarchitektur bis hin... Continue Reading →
[Francorum] Septemberisch
Ohne große Worte -- heute noch ein paar Bilder aus Unterfranken, wo es inzwischen ziemlich septemberisch und ockern geworden ist:
[Pandemos] Reichsflaggen, Pandemie und Klimawandel: ein falsches Aufsprengenwollen der Geschichte
Die Szenen vom Reichstagsgebäude im Zusammenhang mit der sogenannten "Hygienedemo" am Samstag, den 30.8.2020 in Berlin, getragen von sogenannten Corona-Skeptikern, angeblichen "Querdenkern", "Reichsbürgern" und einer unüberschaubaren Vielzahl unterschiedlicher Menschengruppen ("Peter und Cordula", hat das glaube ich jemand im Feilleton genannt), veranlassen mich zu diesem Beitrag. Präziser gesagt: es geht mir um die Reichsflaggen, die in... Continue Reading →
[Heine-Projekt] 6 Uneigentlicher Wald: Heines Metapherngebrauch
Wie im letzten Kapitel anhand des Figurationsmodells (Abb. unten) skizziert, spielen Frankreich und das deutsch-französische Verhältnis in Heinrich Heines Schriften eine zentrale Rolle. Dies gilt besonders für den hier analysierten Text Die Romantische Schule, der sowohl mit einer französischen, als auch mit einer deutschen Leserschaft korrespondiert. Frankreich und Deutschland stehen schon aus autobiographischen Gründen der... Continue Reading →
[Pandemos] Familie im Lockdown (I)
Einleitung Vorbemerkung: Dieser Beitrag ist eigentlich im ersten pandemischen Lockdown 2020 entstanden. Doch erst jetzt komme ich dazu, ihn zu veröffentlichen. Ich habe ihn hauptsächlich so belassen, wie ich ihn im März/April verfasst hatte, abgesehen von ein paar wenigen Ausbesserungen. Darin fehlen außerdem viele Dinge, wie z.B. die fast panische Korrespondenz mit der deutschen Botschaft... Continue Reading →
[Bosnia] [Lied] Sevdah als verwobenes Kulturgut – oder wie Heine nach Bosnien kam
Vorbemerkung: eine stark erweiterte Version des folgenden Blogposts habe ich als Essay in den Südosteuropa Mitteilungen 5/2020 der Südosteuropa-Gesellschaft veröffentlicht. Ich belasse diesen Blogpost hier dennoch in dieser Form, weil das Blog-Format meinen Leser:innen ermöglicht, über Video-Links auch in einige der Sevdalinke hineinzuhören, sowie sich mit den Künstler:innen und ihren Inszenierungen vertrauter zu machen. Wer... Continue Reading →