[NEOVOX] Die Waffen aus „High School Radical“, Zohran Mamdani als Messias, die Räusche des Jubeldschornalismus — und was uns der Kater noch bringt

Die berauschende Wirkung der Betrachtung Amerikas nach der Mamdani-Wahl mag eine spezifisch deutsche Note haben. Sie stillt aber bestimmt auch ein globales Bedürfnis nach Hoffnung, nach Feelgood, und zwar so, wie es Drogen tun: zur Selbstmedikation gegen die Übertrumpung. Doch wie fair ist es, Zohran Mamdani mit den Erwartungen an einen Heilsbringer zu überfrachten? Was ist vom journalistischen Echo zu halten – und welche Gefahren drohen aus einer waffenstarrenden und polarisierten Gesellschaft?

Denken in der Box vs Denken ohne Geländer

Eine Woche Urlaub -- Zeit, in herumliegenden Texten zu stöbern und ein wenig aufzuräumen. Darüber stieß ich auf den Korpus dieses Beitrags, der seit etwas mehr als einem Jahr bei mir im Backend herumliegt. Als ich ihn zu schreiben begann, befand mich an einem beruflichen Wendepunkt, für den ich heute dankbar bin. Dieser Wendepunkt bedeutete... Continue Reading →

[NEOPOLIS] Papa-Oligarch und Bro-Oligarch: Donald Trump und Elon Musk liegen über Kreuz

Neuer Beitrag auf NEOPOP: Donald Trump und Elon Musk liegen über Kreuz. Wie undenkbar ist ein russisches Szenario in den USA, das in einer kriminalisierenden, exekutiven Lösung der Konkurrenz bestünde? In aller Kürze ein Gedanke zur Entwicklung in den USA: Donald Trump („Papa-Oligarch“) und Elon Musk („Bro-Oligarch“) sind offenbar hintereinander gekommen. Auf Tagesschau.de findet sich... Continue Reading →

The Trash-President, 2.0

Wie lange wird einem dieses schreckliche Bild nicht aus dem Kopf gehen? Farblich dominiert wird es von Nuancen zwischen Urin, Goldbarren und billiger Bräunungscreme. Ästhetisch liegt alles arg nah am Kitsch: einer Form von Nicht-Ästhetik, die vielleicht niemand so gut beschrieben hat wie Slavenka Drakulić, nachdem sie das Badezimmer von Zoia Ceaușescu im Bukarester Parlamentspalast... Continue Reading →

Neu auf NЕОПOP: Prompte Ideen zur Vertrumpung

Neuer Beitrag auf Neopopulismus.de: Muss man angesichts der erschütternden, wenn auch wenig überraschenden Wahlergebnisse in den USA an diesem 6. November 2024 sofort etwas dazu kommentieren? Was hatte man 2016 noch dazu kommentiert? Was waren die viel zitierten „Lehren“? Egal, was es war — gebracht hat es anscheinend wenig. Vielleicht wurden die falschen Fragen gestellt.... Continue Reading →

[Neue Medien] Plattformkapitalismus und Historiographie: warum sich Historikerinnen nicht heraushalten können

Ich habe meinen Blick die letzten Jahre über -- wachgeschreckt durch das, was sich mir im Forschungsprozess dargeboten hat -- verstärkt auf den betäubten Zustand der digitalen Mündigkeit in Deutschland gerichtet. Davor habe ich die Bedeutung von Digitalisierung für schier alles, was ich beruflich tue, sträflich unterschätzt. Ich hielt Digitalisierung in erster Linie für eine Angelegenheit der Informatiker:innen. Ist dies eine Art Déformation Professionelle? Oder hat es mit einem mangelnden Selbstvertrauen in die Möglichkeiten zu tun, sich als Geistes- und Sozialwissenschaftler selbst Wissen über die Prozesse der Digitalisierung aneigenen zu können. Ich war damit jedenfalls nicht allein, besonders nicht in meinem Berufsfeld. Ich kenne viele Geisteswissenschaftler:innen, Sozialwissenschaftler:innen und besonders Historiker:innen, die glauben, ihre Rolle sei eine andere; sie könnten ihr Berufsfeld relativ getrennt von der Digitalisierung beackern, die zwar in Gestalt nützlicher Technologien und Methoden -- Übersetzungssoftware, Zitierprogramme, Kommunikationstechnologie, Content Management, "Digital Humanities" -- dienlich sei, aber eben eher aus der Perspektive verständiger Konsument:innen. Und liegt das bei Historiker:innen nicht besonders nahe? Wieso sollten Historiker:innen nun Expert:innen werden über die Frage, wie ihr Berufsfeld grundlegend von der Digitalisierung transformiert wird? Die digitale Revolution wird manchmal für das Jahr 2002 angesetzt, das kaum eine Historiker:in als weit genug vergangen ansieht, als dass es als historisch zu gelten habe. Es ist das Jahr, von dem geschätzt wird, man habe erstmals einen Zustand erreicht, in dem die Hälfte aller menschlich produzierten Information nicht analog, sondern digital produziert worden ist. Wir wissen, was damit gemeint ist: die rasende Geschwindigkeit unserer Zeit. Die krasse Fülle von Information. Und damit komme ich zum untrennbar verbundenen Verhältnis zwischen Digitalisierung und Historiographie.

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