Alle reden vom Stadtbild, mich plagt eher die Geruchslandschaft, um es zunächst freundlich auszudrücken. In der Rauch- und Saufhauptstadt Europas finden sich Gestänke von Drogen, Tabak, Urin, Bierscherben, Kot, nekrotösen Beinen und anderem. Das stinkt einem zu jeder Jahreszeit, in jedem Bezirk, in der S-Bahn genauso wie beim Einkauf, auf den Straßen, in den Parks und wo überall nicht. Vor selbsterklärten SozPäds mit super Lösungen wimmelt es, während die Regierung weiß, dass man gar nichts machen kann -- außer den Geldhahn zuzudrehen.
Sozialraumanalyse: Soziale und kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der Weißen Siedlung
Endlich wurde auch die zweite Sozialraumanalyse in Neukölln veröffentlicht. Diese ist in der Weißen Siedlung in Berlin-Neukölln entstanden, einer der zahlreichen Westberliner Großsiedlungen. Die Erhebungen erfolgten in enger Zusammenarbeit mit Jugendlichen, Trägern und Sozailarbeiter:innen vor Ort. Während die Zustände der Infrastruktur teilweise niederschmetternd waren, erzählen die menschlichen Erfahrungen ganz andere Geschichten. Link zum Download im Text.
[Hermannova] Die achtsame Russischbrüllerin
Kennt Ihr das? Man läuft an einer Person vorbei, die extrem laut in ihr Handy brüllt und dabei scheint's allein auf der Welt ist. So geschehen zuletzt am gestrigen Sonntag auf der #Hermannova, im kleinen Park zwischen Flughafenfeld und Hermannstraße, wo die stolzen Platanen ragen, wo vorher ein Friedhof lag; wo wir uns auf einer Einflugschneise befinden, die von einer anderen Zeit zeugt, in der sich die folgende Szene ganz gewiss nicht zugetragen hätte. Wer allein auf der Welt ist, sich aber innerlich so stark über die Welt aufzuregen hat, dass die Wallung, dass die Rage im Ganzen, plötzlich und laut hinaus müssen, setzt sich auf einen der herumliegenden, halbborkenen Baumstämme, zückt das Smartphone und brüllt einen 20minütigen Monolog in die vergessene Welt. So ist das zumindest hier, auf der #Hermannova.