[NEOPOP] Vergleiche, Reflexe, Sanktionen: Abwägungen im Eifer des Gefechts

Vor ein paar Tagen bin ich mit einer Freundin in einen unerwartet intensiven Austausch geraten, der vielleicht solchen Situationen zueigen ist – was auch immer solche Situationen sein sollten: etwa Weltkriegsvorabende? Sie äußerte, dass sie gerade selbst überhaupt nicht wisse, was man machen könnte oder sollte. Im Eifer des Gefechts habe sie außerdem das Gefühl, in einem Meer unterschiedlicher Informationen, Meinungen, Denkwege und dazu noch begrenzter Verständnismöglichkeiten unterzugehen (Russisch, Ukrainisch). Was soll man dazu sagen? Mir geht es natürlich ähnlich. Ich meine nicht die Möglichkeit, sich an Soforthilfe für ukrainische Geflüchtete zu beteiligen, was jetzt sehr viele Freund:innen in Berlin und in ganz Europa tun und was ganz hervorragend ist. Ich meine, dass es jetzt darum gehen muss, zu verstehen, wie es soweit kommen konnte, und was dagegen zu tun ist. Ich versuche das über zweierlei Wege: erstens, indem ich andere Formen der Solidarität in Zuständen brachialer Gewalt betrachte, und zweitens über die Einbeziehung nicht-putinistischer Neopopulisten.

[Feld] Joch und Jammer: zur Komplizenschaft mit der Feldherrschaft (I)

Betrachtet man das Phänomen des Jammerns einmal genauer, so hat Gejammer aber viel mit Unterjochung zu tun. Das ist zwar einerseits recht banal: wer würde bei einem Joch auch nicht an Jammer denken? Andererseits: in Gestalt der Selbstunterjochung stellt Gejammer auch einen bemerkenswerten Macht- und Herrschaftsaffekt dar, der nicht immer einfach zu durchschauen, geschweige denn ganz abzustellen ist. (...) Wie zu sehen sein wird, bedient sich der Jammer je nach Bedarf an der Wahrheit, wodurch die enge Verwandtschaft zwischen Jammer und Whataboutismus zu Tage tritt. Und ähnlich -- wenn auch spontaner, impliziter und ungerichteter als die gezielte Streuung whataboutistischer Meinungen durch talentierte "opinion technicians" -- geht falsch und übermäßig angewandter Jammer eine Komplizenschaft zu Macht- und Herrschaftsverhältnissen ein. 

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